Grüne Datencenter – Warum du auf nachhaltiges Webhosting setzen solltest

Tobias von Hostero
Tobias Mikula
Umweltfreundliche Datencenter

Das Internet ist mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden.

Über den dafür nötigen Stromverbrauch machen wir uns allerdings fast keine Gedanken…

Denn die im Hintergrund versteckten Datencenter, Serverfarmen & Kühlsysteme bekommen wir nur indirekt mit.

Und da das Internet immer größer wird, steigt damit auch der Energieverbrauch stetig an. Seit einiger Zeit gerät deshalb der Energieverbrauch des Internets immer stärker in den Fokus.

Grünes Webhosting betrifft auch dich

Wenn du eine Webseite betreibst, dann bleibt der Server im Datencenter Tag und Nacht eingeschaltet.

Schließlich muss die Webseite immer verfügbar sein

Zahlreiche Unternehmen – vom IT-Riesen bis hin zu lokalen Internetanbietern – setzen deshalb verstärkt auf umweltfreundliche Server. Was für uns alle spürbare Auswirkungen haben wird:

WAS DICH IN DIESEM ARTIKEL ERWARTET

Egal, ob du Webseiten nur besuchst oder selbst eine Homepage betreibst – die grüne Revolution in der IT bringt einige  Veränderungen mit sich, die auch deinen Alltag betreffen werden.

In diesem Artikel erfährst du, was sich in den letzten Jahren getan hat & wie du deinen ganz persönlichen CO2-Fußabdruck minimierst.

Ich zeige dir außerdem, welche Tricks die Datencenter anwenden, um den Energieverbrauch dauerhaft zu senken.

Grüne Datencenter liegen im Trend

Speziell in den letzten Jahren kam es zu einem regelrechten Boom an umweltfreundlichen Servertechnologien:

  • Laut dem Energieunternehmen Danfoss wächst der Markt mit einer jährlichen Rate von 27 Prozent.
  • Auch Software-Giganten wie Google und Facebook investieren Milliarden in Datencenter mit besserer CO2-Bilanz.

Die Chance ist groß, dass in Zukunft auch dein Server in einem solchen Datencenter untergebracht wird.

Aber lass mich dir erst einmal noch zeigen, wie viel Strom eigentlich durch die moderne IT verbraucht wird.

Energiefresser Internet

Energieverbrauch Webhosting

Wie viel Energie eine Serverfarm, hängt natürlich von der Größe des Datencenters ab. Jedes Datencenter stößt im Schnitt zwischen 3 Millionen und über 130 Millionen Kilogramm pro Jahr aus.

Unbestreitbar bleibt außerdem, dass die Computerserver als Ganzes eine riesige Menge Energie benötigen:

Würde man alle Datencenter der Welt als 1 einziges Land behandeln, dann wäre dieses Land der fünftgrößte CO2-Sünder der Welt.

Dabei macht die Kühlung 24% des Energieverbrauchs aus. Und ist einer DER großen Punkte, welche am meisten Einsparungspotenzial bringen.

Die Serverfarm mittels Umgebung kühlen

Eine optimierte Kühlung senkt den Verbrauch von fossilen Brennstoffen & verringert die dafür nötigen Kosten. Wie machen die Unternehmen das?

Google zum Beispiel hat ein Datencenter in Finnland gebaut. Das Center nutzt das kalte Wasser des Ozeans, um die Server direkt zu kühlen. Durch dieses innovative Tunnelsystem wird fast kein Strom während des Betriebs verbraucht.

Auch ein weiteres Eco-Datacenter in Schweden arbeitet mit einer ähnlichen Kühlung.

  • Im Winter wird die abgekühlte Umgebungstemperatur rund um die Serverfarm zum Kühlen benutzt.
  • Im Sommer wird der Wasserdampf aus dem Elektrizitätswerk und Pflanzen auf dem Dach verwendet.

Doch damit nicht genug. Die abgeleitete Wärme der Server wird dabei an die Haushalte weitergeleitet und heizt damit im Winter die Häuser.

In der Summe ergibt sich durch diese Maßnahmen ein negativer CO2-Fußabdruck!

Facebook geht sogar noch etwas weiter nach Norden und baut seine Datencenter direkt in die Arktis. Damit gibt Facebook so gut wie kein Geld mehr für die Kühlung aus, da immer genug kalte Luft zur Verfügung steht – das ganze Jahr über.

Serverfarm arktis

Neue Serverfarmen werden bereits jetzt in der Artiks gebaut.

Die restlichen 76% des Energieverbrauchs

Neben der Kühlung selbst bleiben natürlich noch die anderen Dreiviertel des Energieverbrauchs zur Optimierung übrig.

Eine Möglichkeit, den Stromverbrauch der Server weiter zu reduzieren, stellt eine effektivere Nutzung der Server dar.

Die Technik, welche dafür eingesetzt wird, heißt Virtualisierung.

Vereinfacht gesagt läuft der Großteil aller Programme auf Webservern mit virtuellen Maschinen, in denen die Hardware und das Betriebssystem virtualisiert wird.

Das Ganze hat folgenden Vorteil: Auf einem richtigen Server können mehrere virtuelle Server gestartet werden.

  • Je nach Auslastung können dadurch ganz einfach neue virtuelle Umgebungen in zugefügt werden.
  • Wird die Auslastung zu groß, dann kann ein virtueller Server auch auf einen anderen richtigen Server umgezogen werden.

Diese Vorgangsweise ermöglicht es, die Datencenter besser auszulasten.

Diese Reduktion ist damit in der Praxis möglich:

Virtualisierung kann die CPU Auslastung um 40 und 60 Prozent verringern. Bei 100 virtualisierten Servern entspricht die CO2 Reduktion ungefähr 1500 neu gepflanzten Bäumen (oder 90 Autos pro Jahr).

Heutzutage ist Virtualisierung daher weit verbreitet – nur 15% der Server werden ohne diese Technologie genutzt.

Die naheliegendste Lösung: Grüne Energie verwenden!

Um den CO2-Fußabdruck weiter zu verringern, kannst du entweder den Energieverbrauch selbst reduzieren oder einfach direkt grüne Energie verwenden, um die Server zu betreiben.

Auch aus diesem Grund bauen viele IT-Unternehmen ihre Datencenter bevorzugt in skandinavischen Ländern.

Norwegen, Schweden & Co. investieren nämlich verstärkt in grüne Energieerzeugung und verfügen daher über einen ausgewogenen Energiemix mit vielen erneuerbaren Energien.

Unternehmen wie Amazon gehen noch einen Schritt weiter.

Amazon baut gleich 3 eigene Windparks, um ihre Datencenter mit Energie zu versorgen.

  • Immer öfter werden Unternehmen also auch als Infrastrukturinvestoren tätigt, um genügend Strom für ihre Datencenter bereitzustellen
  • Zugegeben, so etwas können sich nur große Konzern wie Amazon leisten, denn für kleine Unternehmen ist ein eigenes Kraftwerk zu teuer.

Trotzdem gibt es auch für KMUs im IT-Bereich, die eine grüne Energieversorgung auf die Reihe zu bekommen. Ein paar Beispiele findest du im folgenden Abschnitt:

Jetzt auf grünes Webhosting umsteigen

Was DU tun kannst: Verringere deinen CO2-Fußabdruck!

Das Angebot an grünen Daten sind dann ist also bereits da – und jetzt bist du gefragt, den nächsten Schritt zu tun.

Egal, ob du gerade eine Webseite erstellst oder einen Blog in Planung hast:

Falls du dir Gedanken um die Nachhaltigkeit beim Hosting machst, dann setze am besten auf Webhoster, die ihre Datencenter aus nachhaltigen Energiequellen versorgen.

Ich habe mich im Internet umgesehen und ein paar Webhoster verglichen, die grüne Server anbieten:

  • Alfahosting – Der deutsche Anbieter setzt in einigen seiner Rechenzentren auf „zertifizierten Ökostrom der zu 100 Prozent aus europäischer Wasserkraft erzeugt wurde“.
  • Digital Ocean – Dieser Hoster least Serverplätze von anderen Unternehmen. Durch die Spezialisierung der Unternehmen auf Datencenter, werden grünere Technologien schneller entwickelt und eingeführt.
  • Webgo – Auch dieser deutsche Webhoster setzt für bessere Nachhaltigkeit zu 100% auf sauberen Strom für Rechenzentrum und Büros
  • Hosteurope – Auch hier wird verstärkt auf grünen Strom gesetzt. Das datadock in Straßburg erhielt als eines der ersten Rechenzentren im Rahmen des DCSA zusätzlich den neuen grünen Stern.
  • OVH – OVH ist einer der größten Hoster in Europa und hat ein Datencenter in Kanada gebaut, das die Kühlung – wie oben beschrieben – mittels Umgebungstemperatur optimiert. Auch die Konstruktion des Gebäudes wurde dazu verbessert.
  • Rackspace – Rackspace ist ein Hoster, der seine Datencenter selbst betreibt. Das Unternehmen nutzt Energiespeicher, optimierte Kühlung und erneuerbaren Energien.
Wenn du jetzt also deinen Hoster wechseln möchtest, um deinen CO2-Fußabdruck zu verringern, dann weißt du jetzt, welche Firmen du dir ansehen kannst. Viel Glück!

Hinweis: Im Webhosting Vergleich 2017 findest du einen Überblick der besten Anbieter – alle Topplatzierten setzen auch auf Nachhalt

ZUSAMMENFASSUNG: Grünes Webhosting ist die Zukunft

Durch den Klimawandel und das größer werdende Umweltbewusstsein drängt der Energieverbrauch immer stärker in den Vordergrund – und ist nicht zuletzt auch als Schlagwort in den PR-Abteilungen angekommen.

Allerdings sorgt das Thema Strom sparen heutzutage nicht nur für gute Presse – viele Unternehmen nehmen ihre soziale Verantwortung auch wirklich wahr & machen sich ernsthafte Gedanken um den Energieverbrauch.

Denn erneuerbare Energien rentieren sich auch finanziell. Und für dich als Kunde ist nachhaltiges Webhosting OHNE wirkliche Mehrkosten verfügbar.

 

Über den Autor Tobias Mikula

Ich betreue bereits seit Jahren verschiedene Webprojekte und habe dabei Erfahrungen mit allen großen Hostinganbietern gesammelt. Weil mich immer mehr Zuschriften mit Fragen erreichten, habe diese Seite ins Leben gerufen, um mein Wissen mit anderen zu teilen.