Wie wichtig sind die Bandbreite & der Speicherplatz beim Webhosting? | HOSTERO

Wie wichtig sind die Bandbreite & der Speicherplatz beim Webhosting?

Tobias von Hostero
Tobias Mikula
Wie viel Speicherplatz und Bandbreite ist nötig?

Vor dem Start deiner 1. Webseite musst du natürlich auch das passende Hosting auswählen.

Besonders Anfänger stellen sich dann oft diese Frage:

Wie viel Speicherplatz sollte es sein und reicht die Bandbreite wirklich aus?

Um dir bei der Auswahl zu helfen, habe ich diesen Artikel mit den wichtigsten Infos zusammengestellt.

Hier erfährst du, wie wichtig diese beiden Dinge wirklich sind und wieviel davon du für eine normale Webseite benötigst.

Ich zeige dir außerdem, wie du den benötigten Speicherplatz mit ein paar einfachen Tricks ganz erheblich verringern kannst.

Anschließend gehe ich noch auf die Sinnhaftigkeit von schnelleren SSD-Festplatten ein, die neuerdings bei vielen Hostingsanbietern dazugebucht werden können.

  Wieviel Webspace du wirklich brauchst

Um die passende Größe herauszufinden, ist es hilfreich, dir Gedanken über deine geplante Webseite zu machen:

  1. Besteht sie vor allem aus Texten und Blogeinträgen?
  2. Verwendest du viele (große) Bilder in deinen Artikeln?
  3. Planst du, irgendwelche Videos einzubinden oder verlinkst du nur auf YouTube?

Kein Problem, wenn du dir noch nicht sicher bist. Damit du ein Gefühl für die Größe bekommst, gehen wir am besten alle 3 Möglichkeiten durch.

#1 Webseite mit vielen Texten

Falls du eine ganz normale WordPress Seite erstellen und dort vor allem Beiträge veröffentlichen willst, dann musst du dir um den Speicherplatz & die Bandbreite so gut wie keine Gedanken machen.

  Speicherplatz

Mit so einer Webseite benötigst du meistens nicht mehr als ein paar 100 MB.

Meine Seite ist ein gutes Beispiel dafür: die Beiträge hier bestehen aus viel Text und ein paar Bildern. Das benötigt nur wenig Speicherplatz und ich muss mich nicht mit zu kleinen Festplatten herumschlagen.

Hinweis: Falls du Backups auf dem Server speichern willst, dann solltest du zusätzlichen Speicherplatz einplanen. Dein Provider sollte auf jeden Fall auch Backups auf einem fremden Server anbieten, die nicht zum Speicherplatz dazuzählen (das ist heutzutage wegen der höheren Datensicherheit aber ohnehin gängige Praxis).

  Bandbreite

Die auf der Festplatte des Servers gespeicherten Daten müssen natürlich auch an deine Besucher übertragen werden: das kostet Bandbreite.

Wie viel du davon benötigst, hängt stark von deinem Traffic, also der Anzahl der Besucher, ab. An jeden einzelnen davon muss deine Seite nämlich gesendet werden.

Das bedeutet: Wenn deine Homepage (mit Texten & einigen Bildern) rund 2 MB groß ist, dann müssen diese 2MB vom Server auf den Computer deiner Besucher geladen werden. Jedes Mal.

Hast du z.B. 1000 Besucher, dann benötigt deine Homepage 2000MB Bandbreite.

Besuchen deine Nutzer auch andere Bereiche deiner Webseite, dann wird für jede weitere nochmals Bandbreite verbraucht. In der Praxis ist das aber kein großes Problem:

Die meisten Hostinganbieter bieten hier in der Regel mehr als genug Bandbreite für textlastige Seiten & weniger als 100,000 Besucher pro Monat.

Zur besseren Orientierung findest du hier noch eine Grafik zu einer meiner Seiten. Diese hat monatlich deutlich über 30,000 Besucher und verbraucht dafür trotzdem nur 35GB Bandbreite.

bandbreite-30000-besucher

Die meisten privaten Webseiten haben wohl deutlich weniger Traffic, weshalb du dir im Alltag so gut wie keine Gedanken um die Bandbreite machen musst.

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mit dieser Art von Seiten (viel Text und einige Bilder) jemals an ein Limit gestoßen wäre.

Zusammengefasst: Falls du nur eine normale WordPress-Seite betreiben willst, dann bieten so gut wie alle Provider genügend Speicherplatz. Alles über 500MB ist mehr als genug. Die Bandbreite wirst du mit wenigen 1000 Besuchern nicht ausreizen.

#2 Webseite mit vielen großen Bildern

Hier sieht die Sache bereits ein wenig anders aus:

Falls du eine Seite mit mehreren 100 Bildern in guter Qualität planst, dann sollte der Speicherplatz nicht zu knapp gewählt sein.

Um ein Gefühl für den benötigten Webspace zu bekommen, kannst du dir folgende Gedanken machen:

  • Wie viele Bilder stellst du ungefähr auf deine Webseite?
  • Wie groß sind die verwendeten Bilder im Durchschnitt?

Setzt du zum Beispiel 500 Bilder ein, die jeweils 2 MB groß sind, dann kommst du auf 500 x 2MB = 1000 MB.

In dem Fall solltest du noch ein wenig Puffer für die Zukunft einplanen – deine Seite benötigt somit 1,5GB-2GB Speicherplatz.

Meiner Meinung nach kommen die meisten Webseiten aber mit weniger Bildern aus. Und da ist noch eine weitere Sache:

  Du kannst die Bilder auch optimieren

Zu große Bilder solltest du nach Möglichkeit vermeiden. Wenn du nicht gerade Fotograf bist und deine Werke präsentieren willst, dann reichen auch Bilder mit verringerter Qualität.

speicherplatz-bilder-optmieren

Manche Bilder kannst du ohne merklichen Qualitätsverlust schrumpfen und dabei gut 80% der Größe einsparen

Das hat nicht nur Vorteile beim verbrauchten Speicherplatz, sondern auch bei der Bandbreite & der Geschwindigkeit.

Je kleiner die Bilder, desto schneller landen sie auf den Geräten deiner Besucher.

Aus diesem Grund ist es hilfreich, die Bilder vor dem Upload in einem Bildprogramm zu verkleinern. Tutorials zu verschiedenen Programmen findest du ganz einfach per Google-Suche.

Falls du WordPress einsetzt, dann kannst du die Bilder auch ganz bequem mit einem Plugin verkleinern. Die Bilder hier auf der Seite werden z.B. beim Upload automatisch geschrumpft.

Auch die linke Seite im Bild oben ist also optimiert und sieht noch immer gut genug für die meisten Computerdisplays aus.

Da du nun auch diesen Trick kennst, lass uns zur letzten Webseitenvariante kommen:

#3 Webseite mit Videos

Planst du viele Videos auf deiner Webseite zu veröffentlichen, dann benötigst du in den meisten Fällen viel Speicherplatz & Bandbreite.

Ein paar Minuten Video sind kein Problem, doch stundenlange Filme fressen die Festplatte schnell leer. Manchmal werden hier mehrere 100 (!) GB nötig.

Die gute Nachricht ist: Solche Webseiten sind sehr speziell und nicht alltäglich. Für eine private Homepage oder eine kleine Unternehmenswebseite werden – wenn überhaupt – nur ein paar Minuten Video fällig.

  Und selbst dann gibt es noch eine Möglichkeit zum Sparen

Anstatt deine Videos direkt auf der Seite zu hosten, kannst du sie auch bei Videodiensten wie YouTube uploaden und dann ganz einfach auf deiner Seite einbinden.

youtube-videos-einbetten

Dann können deine Besucher Videos auf deiner Homepage sehen, ohne dass du dir um den Speicherplatz oder die Bandbreite Gedanken machen musst.

  Sind zusätzliche SSD-Festplatten sinnvoll?

Bei vielen Hostinganbietern, zum Beispiel Alfahosting, kannst du den normalen Speicherplatz durch modernen SSD-Speicherplatz austauschen.

Vielleicht kennst du die schnelleren SSD Festplatten bereits von Zuhause. Sie sind zwar etwas teurer, doch dafür auch bedeutend schneller.

Was ist der Vorteil von SSDs? Genau wie dein Computer daheim muss auch der Server regelmäßig auf die Daten zugreifen (z.B. wenn ein Besucher ein Bild sehen will).

Je schneller das geschieht, desto zügiger landen die Daten dann bei deinen Besuchern. Die Geschwindigkeit deiner Webseite erhöht sich also.

Was ist der Nachteil von SSDs? Es gibt im Grunde nur einen: Sie sind teurer als normale Festplatten. Deshalb kosten sie meistens ein wenig mehr oder der Speicherplatz ist knapper (statt 10GB gibt es vielleicht nur 5GB).

Welche Variante soll ich wählen?

Für mich persönlich sind SSDs den Aufpreis jedes Mal wert, denn sie verringern die Ladezeiten spürbar.

Auch der manchmal kleinere Speicherplatz hat mich nie limitiert, denn wie du bereits oben gesehen hast, reicht er in den meisten Fällen mehr als aus.

Deshalb würde ich im Jahr 2017 immer zu SSD-Festplatten greifen.

  Zusammenfassung

Ich hoffe, dieser kleine Überblick hat dir geholfen und du weißt nun, wieviel Bandbreite und Speicherplatz deine Webseite benötigt.

Und: Falls du doch einmal zu wenig davon gewählt hast, stellt das in den meisten Fällen kein Problem dar. So gut wie alle Provider bieten dir Upgrades auf Tarife mit besseren Werten an.

In der Vergangenheit ist das bei mir & meinen zahlreichen Projekten aber noch nie nötig gewesen – normale WordPress Blogs sind recht genügsam und stellen heutzutage keine allzu großen Anforderungen an deinen Webserver.

Zumindest bei allem, was den Speicherplatz betrifft.

Sämtliche hier vorgestellten Hoster bieten mehr als genug Spielraum in dieser Hinsicht – selbst für tausende Besucher pro Monat.

 

Über den Autor Tobias Mikula

Ich betreue bereits seit Jahren verschiedene Webprojekte und habe dabei Erfahrungen mit allen großen Hostinganbietern gesammelt. Weil mich immer mehr Zuschriften mit Fragen erreichten, habe diese Seite ins Leben gerufen, um mein Wissen mit anderen zu teilen.

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