5 WordPress Alternativen, die 2017 durchstarten könnten

Tobias von Hostero
Tobias Mikula
die besten wordpress alternativen

WordPress ist momentan das klar beliebteste CMS im Web.

Fast 25 % aller Seiten werden mit der Plattform betrieben.

Die unzähligen Plugins & Themes machen WordPress zur idealen Lösung für alle möglichen Webprojekte – heutzutage kannst du damit neben Blogs auch Webshops oder ganze Unternehmenswebseiten erstellen.

Im Laufe der Jahre ist WordPress  also zur eierlegenden Vollmilchsau angewachsen.

Doch diese Fülle an Funktionen bringt auch einige Nachteile:

  •   Viele unsichere Plugins & Hackerangriffe
  •   Schlechte Performance bei vielen Besuchern
  •   viele Altlasten, die mitgeschleppt werden müssen
  •   technischer Unterbau ist unnötig komplex & aufgebläht

WordPress ist eben bereits seit 2003 im Einsatz, wodurch viele Funktionen bereits in die Jahre gekommen sind (speziell die Codebasis im Hintergrund).

Als normaler Anwender verstehst du davon vielleicht nicht alles, doch die Folgen bekommst auch du in jedem Fall mit:

  Warum Alternativen zu WordPress immer interessanter werden

Oft sind verschiedene Plugins nicht miteinander kompatibel oder deine Webseite lädt plötzlich nach einem Versionsupdate nicht mehr.

Schuld daran ist unter anderem das Code-Flickwerk im Hintergrund.

Am Anfang war es nur eine ganz normale Bloggingplattform – heutzutage kann WordPress jedoch viel mehr. Im Laufe der Jahre wurde es um immer neue Funktionen erweitert.

Diese Fülle an Features stellt einerseits den größten Vorteil dar, doch andererseits werden die Schattenseiten immer deutlicher sichtbar.

WordPress sicher vieles, aber nicht schlank

Aus diesem Grund gibt es den Versuch, WordPress durch ein moderneres CMS zu ersetzen.

Bis jetzt hatte aber kein Konkurrent wirklich durchschlagenden Erfolg.

Doch in den letzten Jahren sind einige wirklich interessante Alternativen entstanden, die WordPress in Zukunft den Rang als beliebtestes Mittel zur Webseiten-Erstellung ablaufen könnten.

Einige davon konzentrieren sich auf eine Kerndisziplin und machen dort alles besser (z.B. Blogging oder Webshops).

Andere wiederum wollen nichts weniger als WordPress & seine vielen Funktionen zu beerben – allerdings mit moderner, schlanker Code-Basis.

  Die besten WordPress Alternativen 2017

Hier findest du einige ausgewählte Softwareprojekte, die WordPress meiner Meinung nach überlegen sind – jedenfalls in manchen Dingen.

Die meisten davon befinden sich noch in der Entwicklung, doch die entscheidenden Features gibt es bereits.

Einige hier genannte CMS könnten also in den nächsten Jahren ihren großen Durchbruch erleben.

Die schlanke Alternative für Blogging: Ghost

ghost

Ghost ist ungefähr das, was WordPress vor 10 Jahren war:

Ein Open-Source CMS für Blogging, welches sich leicht bedienen lässt und über modernen, schlanken Code verfügt.

Die Stärken von Ghost

Ghost konzentriert sich voll auf Blogger, und das merkt man im täglichen Gebrauch überall.

Statt im langsamen WordPress-Editor kannst du bei Ghost den Text mithilfe einer Live-Vorschau verändern.

Alles reagiert schneller und es gibt keine langen Ladezeiten, bis du deinen Content siehst.

Der 2. große Pluspunkt ist die Verzahnung mit Social Media und eine bessere Optimierung für Suchmaschinen (SEO).

Während du dafür bei WordPress eigene Plugins benötigst, sind sie hier bereits von Haus aus dabei.

Sowohl

  • bei der Bedienung im Interface
  • als auch bei der Installation selbst
  • beim Erstellen von Code als Entwickler

ist Ghost deutlich einfacher & schlanker zu handhaben.

Sämtliche Themes sind außerdem von Haus aus für mobile Endgeräte optimiert, du musst dir also keine Sorgen um die Erreichbarkeit deiner Seite machen. Sie kann von überall gelesen werden.

Hier merkt man einfach, dass Ghost keine Altlasten mitschleppen muss, sondern sich voll und ganz auf einen modernen Unterbau stützen kann.

Gerade auch deswegen laden Ghost-Seiten klar schneller als die meisten WordPress-Seiten.

Die Schwächen von Ghost

Das schlanke Gerüst ist aber zugleich ein Nachteil: Ghost eignet sich wirklich nur zum Bloggen und Veröffentlichen von Content – aber nicht für ausgewachsene Unternehmensseiten.

WordPress ist hier bei weitem flexibler (und wird dadurch natürlich auch schwerfälliger & unsicherer).

Bei Ghost findest du keine Plugins für alle möglichen Dinge, sondern musst mit dem leben, was zur Verfügung steht.

Aber: Da die Grundbasis für Blogs aber bereits von Haus aus besser funktioniert als mit WordPress, wird das für viele sicher keinen Nachteil darstellen.

Ist Ghost etwas für dich?

Falls du viel schreibst und vor allem am Bloggen interessiert bist, dann stellt Ghost für dich eine überlegenswerte Alternative zu WordPress dar.

Du musst dich weniger mit inkompatiblen Plugins oder nichtfunktionierenden Updates herumschlagen, sondern kannst dich ganz auf die Erstellung von neuen Artikeln im sehr schnellen Editor konzentrieren.

Ghost ist somit für folgende Zwecke & Gruppen empfehlenswert:

  • Blogger
  • Redakteure & Autoren
  • persönliche Online-Tagebücher
  • du benötigst keine 1000 Plugins

Zusammengefasst: WordPress & Ghost stellen 2 sehr verschiedene Plattformen dar.

WordPress ist natürlich vielfältiger, doch viele Blogger benötigen den ganzen unnötigen Ballast wahrscheinlich gar nicht.

Und könnten mit Ghost viel zufriedener sein, da es sich auf das Wesentliche konzentriert.

Die wichtigsten Dinge sind dabei und alles ist schneller, schlanker & einfacher zu handhaben als im etwas in die Jahre gekommenen Interface von WordPress.

Viele Hosting Anbieter erlauben zudem bereits eine einfache Installation per 1-Klick.

Die Alternative für Entwickler: Bolt

bolt

Wer sich einigermaßen mit verschiedenen Programmiersprachen wie PHP auskennt, für den gibt es viele Alternativen zu WordPress.

Eine der vielversprechenden davon möchte ich an dieser Stelle vorstellen: Bolt ist Open Source und basiert auf dem schlanken Framework Silex.

Auch wenn die Nutzerzahlen noch lange nicht mit denen von WordPress mithalten können, wachsen sie doch rasant – speziell in letzter Zeit. Doch was macht Bolt richtig?

Die Stärken von Bolt

Im Gegensatz zu WordPress – das aus zahlreichen Code-Versatzstücken besteht – überzeugt das Bolt CMS mit einer sehr schlanken Code-Struktur.

Das macht es sehr viel einfacher, eigenen Code hinzuzufügen und die Kompatibilität zu gewährleisten. Wenn du also gerne selber programmierst, um deine Seiten zu verändern, dann geht das mit Bolt deutlich bequemer.

Der gesamte Unterbau basiert auf modernen PHP-Prinzipien, wodurch es für Entwickler sehr viel einfacher ist, die ganze Struktur zu durchschauen.

Doch selbst ohne PHP-Kenntnisse kannst du mithilfe von Twig problemlos neue Templates erstellen.

Außerdem laden die Seiten auch noch sehr viel schneller.

Die Schwächen von Bolt

Das CMS hat momentan noch einen ganz klaren Fokus auf Entwickler.

Zwar lässt es sich auch ganz komfortabel ohne irgendwelche Technikkenntnisse benutzen, doch dann muss man auch mit weniger Plugins als bei WordPress leben.

Das bedeutet: Die größten Vorteile, nämlich den sauberen Code und die einfachere Erweiterbarkeit (mit eigenem Code), wirst du dann allerdings nicht zu Gesicht bekommen.

Hier bieten momentan andere Alternativen wie das hier ebenfalls vorgestellte Ghost das momentan bessere Gesamtpaket.

Für wen Bolt geeignet ist

Einen vollwertigen Ersatz für WordPress stellt Bolt noch nicht dar.

Doch es ist auf dem besten Weg, WP in einigen Bereichen den Rang abzulaufen. Vielleicht nicht kurzfristig, aber doch auf lange Sicht – denn der technische Unterbau verspricht eine große Zukunft.

Bolt wird laufend verbessert und soll in Zukunft noch mehr Erweiterungen erhalten – unter anderem auch fürs Backend (und nicht nur für Erweiterungen, Themes & Widgets).

Damit ist Bolt eines der ambitioniertesten Projekte und wird in Zukunft sicher noch verstärkt zum Einsatz kommen.

Es ist sozusagen ein modernes WordPress, das nur noch nicht so weit verbreitet ist.

Wer an einer Alternative interessiert ist, sollte sich Bolt aber auf jeden Fall einmal ansehen – vollkommen kostenlos ist es ja.

Homepage Baukasten für Anfänger: Wix.com

Der Baukasten von Wix bietet unglaublich viele Funktionen.

Okay, Wix ist genau genommen auch schon etwas älter, doch es wird laufend erneuert.

Im Gegensatz zu WordPress handelt es sich bei Wix.com nicht um ein freies CMS, sondern um einen Webseitenbaukasten.

Damit kannst du ganz einfach Homepages zusammenklicken und diese ohne HTML Kenntnisse verändern. Natürlich sind alle Seiten auch für mobile Geräte geeignet.

Weniger Freiheit, aber eine flachere Lernkurve

Obwohl ich persönlich nichts mit solchen Baukästen anfangen kann, gehört Wix.com zu den besten seiner Art.

Falls du keine eigene Domain benötigst, kannst du Seiten deine Projekte VOLLKOMMEN gratis hosten und ähnlich wie bei WordPress mit Modulen erweitern (und zum Beispiel Facebook Kommentare einbinden).

Der größte Pluspunkt von Wix.com sind aber die tollen Designs.

Es gibt über 310 Templates für viele mögliche Zwecke  – und wirklich ALLE davon sehen professionell & modern aus.

Anfänger können die Webseite innerhalb kurzer Zeit zusammenklicken.

Die Schwächen von Wix.com

Dafür musst du aber auch auf die Freiheiten eines Open-Source Projekts verzichten:

  • du bist an einen Anbieter gefesselt & weniger flexibel
  • du kannst Wix-Seiten nicht auf deinem eigenen Server hosten
  • du kannst Seiten nicht vollständig nach deinen Wünschen erweitern

Für Anfänger geht das zwar in Ordnung, doch für ernsthafte Webprojekte lohnt sich ein richtiges CMS dann doch.

Damit bist du nämlich langfristig viel flexibler und es kostet auch deutlich weniger.

Für wen Wix geeignet ist

Falls du aber einfach nur ein paar gutaussehende Webseiten ohne großartige Technikkenntnisse erstellen willst, dann könnte Wix.com das richtige Werkzeug für deine Anforderungen darstellen.

Der Editor ist vergleichsweise mächtig und die zahlreichen Designs sehen wirklich toll aus.

Dann musst du aber wie gesagt auch mit den Nachteilen geschlossener Software leben und bist an einen Anbieter gefesselt.

Wenn du mehr zu Wix.com lesen willst, dann empfehle ich dir den vollständigen Test.

 

Die Alternative für komplexe Webseiten: Drupal

drupal

Auch der „große“ WordPress-Bruder Drupal darf hier nicht fehlen, denn auch 2017 stellt der eine tolle Grundbasis für anspruchsvollere Projekte dar.

Im Gegensatz zu WordPress schreckt die steilere Lernkurve aber viele Anfänger ab: Völlig zurecht, wie ich meine.

Für viele private Webprojekte ist der Funktionsumfang von Drupal gar nicht nötig.

Ein komplexes Rechtemanagement oder die zusätzlichen Konfigurationsmöglichkeiten reizt man mit den meisten normalen Webseiten kaum aus – für Unternehmen könnten sie jedoch interessant sein.

Die Stärken von Drupal

Ähnlich wie bei WordPress gibt es auch für Drupal 1000e verschiedene Erweiterungen, mit denen du neue Funktionen ganz einfach hinzufügen kannst.

Zusammen mit der durchdachten Verwaltung eignet sich das frei erhältliche Open-Source CMS selbst für anspruchsvollere Webseiten.

Auch die Unterstützung verschiedener Sprachen stellt eine große Stärke von Drupal dar.

Es ist kein Problem, eine deutsche und eine englische Version zu erstellen (in WordPress sind hierfür Erweiterungen möglich und oftmals kommt es zu Problemen).

Die Schwächen von Drupal

Ohne irgendwelche Technikkenntnisse ist es zu Beginn aber deutlich schwerer, eine ansprechende Homepage zusammenzubasteln.

Hier bieten die meisten Konkurrenten einen leichteren Einstieg.

Wie bereits eingangs erwähnt liefern die zusätzlichen Funktionen für kleinere Webseiten meistens auch keine fühlbaren Vorteile.

Im Vergleich zu WordPress gibt es zudem weniger Erweiterungen – und vor allem deutlich weniger Themes. Meistens werden die Seiten mit Drupal von Beginn an neu aufgezogen.

Für wen Drupal geeignet ist

Drupal ist sicher das mächtigste hier aufgezählte CMS und stellt in Sachen Funktionsumfang auch WordPress in den Schatten.

Allerdings ist es auch komplizierter zu handhaben und setzt ein gewisses Technikverständnis für die Erstellung gutaussehender Seiten voraus.

Falls du diese Voraussetzungen mitbringst, dann kannst du dem kostenlosen CMS ruhig eine Chance geben. Es ist eines der besten.

Alternative für statische Seiten: Jekyll

jekyll

Falls du auf deiner Seite keine Kommentare usw. benötigst, dann könnte Jekyll eine interessante Wahl für dich darstellen.

Mit diesem Open-Source CMS kannst du Webseiten ohne dynamische Veränderungen (Kommentare, Usereingaben usw.) erstellen und sogar GRATIS auf vielen Plattformen wie Github Pages hosten.

Die Vorteile von Jekyll

Der Bau einer Seite läuft so ab: Du wandelst neue Artikel per Generator um und spielst sie dann auf deinen Server.

Die Seiten von Jekyll basieren einzig und allein auf HTML, CSS und JavaScript. Irgendwelche Datenbanken oder PHP-Abfragen sind nicht nötig. Ein Backend (Admin-Bereich wie in WordPress) gibt es nicht.

Das hat – je nach den Anforderungen – einige Vorteile:

  • deine Seiten sind deutlich schlanker und sehr viel schneller
  • du benötigst keine regelmäßigen Updates oder Virenchecks
  • als einzelner Autor benötigst du die Funktionen eines CMS gar nicht

Trotzdem gibt es auch so hilfreiche Dinge wie Kategorien oder Tags (Schlagwörter).

Außerdem kannst du deine Seiten mit Themes & zusätzlichen Erweiterungen verändern.

Falls du von einer anderen Software umsteigen willst, dann gibt es noch (recht gut funktionierende) Importer, mit denen du zum Beispiel deine WordPress Seiten in Jekyll-Seiten umwandeln kannst.

Die Nachteile von Jekyll

Derzeit ist die Software nur für Anwender mit Technikkenntnissen geeignet.

Alles läuft per Konsole ab und eine grafische Oberfläche gibt es noch nicht.

Vom Funktionsumfang her ist Jekyll einem herkömmlichen CMS wie WordPress natürlich klar unterlegen – die Vorteile (schnell, sicher, simpel) haben also auch Schattenseiten.

Zusammengefasst: Wenn du von vielen Plugins abhängig bist und dich an die Vielfalt bei WordPress gewöhnt hast, dann wird es schwer, auf eine kleine statische Seite zu wechseln.

Für wen Jekyll geeignet ist

Solange du etwas technisches Verständnis mitbringst und keine große Seite verwirklichen willst, reicht Jekyll oft aus.

In Sachen Geschwindigkeit und Sicherheit können nur wenige andere Alternativen mithalten. Dafür musst du aber manchmal auf Komfort oder Erweiterbarkeit verzichten.

WordPress wird Jekyll also sicher nicht ersetzen, doch in seiner Nische bietet es einige interessante Vorteile.

  Fazit

Ich hoffe, dieser kleine Überblick hat dir gefallen und du hast etwas Ahnung davon bekommen, welche Alternativen sich in den nächsten Jahren etablieren werden.

Dieser Artikel spiegelt natürlich zu 100% meine eigene Meinung wieder und ist keineswegs objektiv. Falls du noch weitere interessante Projekte findest, dann teile sie bitte in den Kommentaren.

Über den Autor Tobias Mikula

Ich betreue bereits seit Jahren verschiedene Webprojekte und habe dabei Erfahrungen mit allen großen Hostinganbietern gesammelt. Weil mich immer mehr Zuschriften mit Fragen erreichten, habe diese Seite ins Leben gerufen, um mein Wissen mit anderen zu teilen.

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar
Antwort hinzufügen